Die 5 wichtigsten Bau-Trends in 2025 🍃
Stand: 13.03.2025
„Gestern hat jemand in der Besprechung von zirkulärem Bauen geredet. Sollten wir das auch machen?“
Immer wieder kommen Trends und typische Phrasen auf den Tisch, ohne dass sich alle Beteiligten klar sind, was diese bedeuten. Deshalb finden Sie hier die aktuellen Trends in der Baubranche rund um Nachhaltigkeit.
Auch in der Baubranche gibt es Trends in der Nachhaltigkeit. Die Möglichkeiten verwirren sowohl Außenstehende als auch Brancheninterne.
In den kommenden Zeilen lesen Sie deshalb, welche Trends aktuell in der Branche besprochen werden und meine Einschätzung, welche Trends Ihnen in der Baubranche wirklich helfen nachhaltiger zu werden und dem Klimawandel entgegen zu wirken.
Keine leeren Phrasen!
Viel zu oft diskutieren wir Trends, ohne dabei die richtigen Fragen zu stellen. Sowohl in den Medien als auch in der Politik wird mit einem neuen Thema um Aufmerksamkeit gekämpft, aber es geht dabei noch nicht um die wirkliche Umsetzung. Ich zeige Ihnen, welche Ideen das Bauen besser machen und welche Sie besser ignorieren sollten.
Was ändert sich dadurch WIRKLICH am Klimawandel?
Wir sollten immer bewerten wie groß der Hebel einer Maßnahme ist. Es kann eine tolle Lösung sein, überall nachhaltige Dämmung einzusetzen. Wenn aber die Heizungsanlage nicht ideal ausgelegt ist, haben wir das Grundproblem nicht behoben.
Nachhaltigkeits-Trends in 2025
Ökobilanz und Zertifikate
QNG, DGNB, BiRN etc. betrachten die Umweltauswirkungen von Gebäuden über ihren gesamten Lebenszyklus. Die rechnerische Ermittlung zeigt genau, welche Maßnahmen einen größten Beitrag gegen den Klimawandel leisten. Durch den Fragenkatalog, werden die Baubeteiligten gedrängt, sich mit nachhaltigen Fragestellung auseinanderzusetzen, die sonst im Eifer des Bauens übersehen worden wären.
Beitrag zum Klimaschutz: Hoch, da die Zertifikate Bauherren und Planern nachweislich zeigen, welche Maßnahmen sich für den Klimaschutz lohnen.
Nullenergiehäuser
Gebäude, die so viel Energie pro Jahr erzeugen, wie sie verbrauchen. Sie kombinieren hocheffiziente Dämmung, luftdichte Konstruktion und erneuerbare Energiequellen.
Beitrag zum Klimaschutz: Sehr hoch, da Betriebsenergie nach wie vor für den Großteil des CO2-Ausstoßes von Gebäuden verantwortlich ist. Nullenergiehäuser sind deutlich nachhaltiger als der Standard.
Erneuerbare Energien
Die erneuerbaren Energien ersetzen die fossilen Brennstoffe. Aber auch die verschiedenen Wärmequellen sollten Sie unbedingt vergleichen. Wenn Sie die Pumpe auf den Betrieb anpassen, sinken die Kosten und der Energiebedarf. Manchmal ist die Geothermieanlage der Luft-Wärmepumpe vorzuziehen.
Beitrag zum Klimaschutz: Sehr hoch, da sie fossile Brennstoffe ersetzen und CO2-Emissionen signifikant senken
Nachhaltiges Wassermanagement
Implementierung von Regenwassernutzung, Grauwasserrecycling und wassersparenden Technologien.
Beitrag zum Klimaschutz: Mittel, da es Wasserressourcen schont und indirekt Energie für Wasseraufbereitung einspart.
Nachhaltige Stadtplanung
Entwicklung von Städten mit Fokus auf effiziente Flächennutzung, Einplanung von Grünflächen und nachhaltige Mobilität. Politik und verbände fordern Nachverdichtung und Aufstockung in Städten, ohne noch mehr Flächen zu versiegeln. Das wird in den aktuellen Bauantragsverfahren aber nicht betrachtet. Hier muss die Verwaltung besser werden.
Beitrag zum Klimaschutz: Hoch, leider vernichten die veralteten Bebauungspläne die Chancen auf eine Verbesserung.
Smart Building Technologien
Einsatz von intelligenten Systemen zur Optimierung von Energieverbrauch und Gebäudemanagement. Nutzung von Messsystemen, damit die Betreiber wissen ob Theorie und Praxis zusammenpassen.
Beitrag zum Klimaschutz: Mittel bis hoch, da Smart Building die Energieeffizienz steigert und Ressourcen spart.
Biophiles Design / Begrünung an Dach und Wand
Grünzeug an die Wände und aufs Dach! Begrünung von Gebäuden steigert das Wohlbefinden der Bewohner, der Stadt und den Verkaufspreis (meine Meinung). Außerdem verbessert sie das Stadtklima. Und: eine bodengebundene – also in den Bodne gepflanzte – Wandbegrünung ist oft sehr günstig!
Beitrag zum Klimaschutz: Mittel, da es urbane Hitzeinseln reduziert und Biodiversität fördert.
Resilienzdesign
Planung von Gebäuden, die extremen Wetterereignissen standhalten können. Anhand von Wetterdaten schon spätere Hitze- und Wasserentwicklungen planen. Damit das Gebäude wirklich 100 Jahre steht.
Beitrag zum Klimaschutz: Mittel, da es die Gebäudelebensdauer verlängert.
Holzbau & Nachhaltige Dämmstoffe
Verwendung von Holz als Baustoff und umweltfreundlichen Dämmmaterialien. Hier ist eine nachhaltige Waldbewirtschaftung wichtig. Außerdem gibt es Nachteile in der Beantragung eines Holzgebäudes, weil die Fachkompetenz in dem Bereich noch nicht flächendeckend vorhanden ist bzw. verloren gegangen ist.
Beitrag zum Klimaschutz: Mittel, da Holz CO2 bindet. Aktuell ist der Betrieb aber der größere Einflussfaktor.
Carbonbeton
Carbonbeton benötigt weniger Material. Durch den geringeren Verbrauch an Ressourcen ist Carbonbeton eine zukunftweisende Technologie. Aber aktuell ist die Herstellung so energieintensiv, dass die Ökobilanz durch den Carbonbeton genauso hoch ist wie Stahlbeton. Zudem ist die Wiederverwendung von Stahlbeton bisher erprobter und zumindest der Stahl wieder wiederverwendet.
Beitrag zum Klimaschutz: Gering bis mittel, da die Herstellung energieintensiv ist, aber langfristig Ressourcen eingespart werden können.
Wiederaufbereitung von Baustoffen und Wiederverwendung
Es gibt verschiedene Konzepte zur Wiederverwertung und effizienteren Nutzung von Baumaterialien. Die Stichworte sind hier zirkuläres Bauen, öfter verbunden mit digitalen Lösungen zum Rohstoffverkauf / -tausch (bekanntestes Beispiel: Concular). Außerdem sind manche Architekten und Planer in der Lage, schon in der Planung die Rückbaubarkeit mitzuplanen. Die Möglichkeiten sind groß. Leider ist aktuell bei den Aufbereitungs- und Wiederverwendungsmöglichkeiten nicht klar, wie die Verwendung im Neubau geregelt ist. Gerade bei statisch relevanten Bauteilen ist eine Wiederverwendung kaum möglich.
Beitrag zum Klimaschutz: Potenziell hoch, da sie Ressourcenverbrauch und Abfälle reduzieren, aber die praktische Umsetzung und Wirksamkeit sind noch nicht vollständig erprobt.
Fazit
Viele Wege führen zur Nachhaltigkeit. Entscheiden Sie gezielt und datenbasiert, welche Maßnahmen sich lohnen.
Dieses Tool zum Vergleich der CO2-Kennwerte von Baustoffen unterstützt Sie dabei.