Glossar zur QNG-Zertifizierung

Wer sich zum ersten Mal mit der QNG-Zertifizierung befasst, stolpert schnell über ein Dickicht aus Abkürzungen und Fachbegriffen. Was steckt hinter BiRN, BNK oder Konformitätsbewertung. Und was davon ist für Ihr Projekt relevant?

Diese Seite erklärt die Begriffe, die im QNG-Prozess immer wieder auftauchen,. Damit Sie in Zukunft verstehen, wovon Ihre Fachleute sprechen. 

Zertifizierung & Siegel

QNG (Qualitätssiegel Nachhaltiges Gebäude)

Staatliches Nachhaltigkeitssiegel des Bundesministeriums für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen (BMWSB). Es bescheinigt, dass ein Gebäude definierte Mindestanforderungen an ökologischer, soziokultureller und ökonomischer Qualität erfüllt. Für bestimmte KfW-Förderprogramme (z. B. KfW 297/298) ist es Voraussetzung.

QNG PLUS

Dies beschreibt die erste Stufe der QNG-Zertifizierung. Für die KfW-Förderung und die Sonder-AfA ist das QNG-Zertifikat erforderlich. Es kann in der einfacheren Stufe (QNG PLUS) oder in der erhöhten Stufe (QNG PREMIUM) erreicht werden, wobei QNG PLUS die übliche Wahl ist.

QNG-Standard

Umgangssprachliche Bezeichnung für ein QNG-zertifiziertes Gebäude. Ein Standard wurde von QNG unter dieser Bezeichnung nicht definiert. Es gibt lediglich QNG PLUS und QNG PREMIUM. Weitere QNG-Bezeichnungen, die Marketing-Erfindungen sind: QNG Select und QNG ready für Bauprodukte.

BNK (Bewertungssystem Nachhaltiger Kleinwohnungsbau)

Eines der vom Bund anerkannten Bewertungssysteme für die QNG-Zertifizierung, verliehen von der Zertifizierungsstelle BiRN. Es ist speziell auf Wohngebäude mit bis zu sechs Wohneinheiten ausgerichtet und bewertet Nachhaltigkeit anhand definierter Kriterien in den Bereichen Ökologie, Soziales und Prozessqualität.

BiRN (Bau-Institut für ressourceneffizientes und Nachhaltiges Bauen)

BiRN ist eine vom Bund akkreditierte Zertifizierungsstelle für nachhaltige Wohngebäude – und damit eine von mehreren Stellen, über die das QNG-Siegel erlangt werden kann (neben DGNB und NahWo). Das Institut wurde ursprünglich für kleinere Wohnbauprojekte entwickelt; seit 2023 gilt das BiRN-Siegel für Wohnungsbauvorhaben jeder Größe. Das Bewertungssystem ist auf Wohnbau fokussiert, übersichtlich im Kriterienumfang und auf schlanke Nachweisführung ausgelegt. 

Auditorin / Auditor

Von einer Zertifizierungsstelle zugelassene Fachperson, die die Nachhaltigkeitsqualität eines Gebäudes bewertet und die Unterlagen für die Zertifizierungsstelle aufbereitet. Eine weitere wichtige Aufgabe ist die intensive Beratung der Bauherrschaft, um die Einhaltung sicherzustellen. Ohne zugelassene Auditorin ist eine QNG-Zertifizierung nicht möglich.

Zertifizierungsstelle

Vom Bund akkreditierte Institution, die auf Basis der Auditoren-Unterlagen die formale Konformitätsbewertung durchführt und ein Zertifikat ausstellt. Dieses Zertifikat wird bei QNG eingereicht, woraufhin die Bauherren das QNG-Zertifikat erhalten. Die Zertifizierungsstelle ist von der Auditorin organisatorisch getrennt, bildet jedoch ihre Auditoren aus, um eine einheitliche Einreichungsqualität sicherzustellen und die Bauherrschaft individuell zu beraten.

Steckbrief

Standardisiertes Dokument innerhalb einer Zertifizierungsstelle (DGNB oder BiRN), das ein einzelnes Bewertungskriterium beschreibt. Es enthält die Anforderung, Nachweismethode und den Bewertungsmaßstab. Die Gesamtheit der Steckbriefe ergibt das vollständige Bewertungssystem. BiRN umfasst 19 Steckbriefe, bei DGNB sind es 23 Steckbriefe.

Konformitätsbewertung

Formaler Prüfprozess, bei dem die Zertifizierungsstelle feststellt, ob ein Gebäude alle Anforderungen des gewählten Zertifizierungssystems und des QNG erfüllt. Ergebnis ist entweder die Ausstellung des Siegels oder eine Ablehnung mit Begründung. Eine Nachreichnung von Unterlagen ist nach der ersten Prüfung möglich. 

QNG-Zertifizierung in Leipzig | Andrea Franke | Zertifizierung, Quelle: gemini

Förderung & Finanzierung

Klimafreundlicher Neubau (KFN)

Förderprogramm der KfW für den Neubau klimafreundlicher Wohngebäude. Voraussetzung ist der Effizienzhaus-40-Standard sowie ein niedriges Treibhauspotenzial (GWP) über den Lebenszyklus. Mit QNG-Siegel gibt es bessere Konditionen (höheres Darlehen, niedrigerer Zinssatz).

KfW 297 / 298

Programmnummern des KFN-Programms. 297 gilt für Einzelmaßnahmen bzw. Neubau ohne QNG, 298 für Neubau mit QNG-Zertifikat– mit höherem Kreditbetrag von bis zu 150.000 EUR pro Wohneinheit statt 100.000 EUR.

Sonder-AfA (§ 7b EStG)

Steuerliche Sonderabschreibung für neu gebaute Mietwohngebäude: 5 % pro Jahr über 4 Jahre zusätzlich zur regulären Abschreibung. Seit 2023 ist das QNG-Siegel Pflichtvoraussetzung. Für Kapitalanleger ein zentrales Kaufargument.

Effizienzhaus (EH)

KfW-Bezeichnung für Gebäude, die definierte energetische Mindeststandards erfüllen. Die Zahl (z. B. 40, 55, 70) gibt den prozentualen Primärenergiebedarf im Verhältnis zum gesetzlichen Referenzgebäude an – je niedriger, desto effizienter. EH 40 ist aktuell Voraussetzung für KFN.

BEG (Bundesförderung für effiziente Gebäude)

Übergeordnetes Förderprogramm des Bundes, das Neubau und Sanierung von Wohn- und Nichtwohngebäuden fördert. Umfasst KfW-Kredite und BAFA-Zuschüsse. Das KFN-Programm ist Teil der BEG.